Der VSA Gießen engagiert sich für den Erhalt und die Förderung heimischer Fischarten in seinen Vereinsgewässern. Im April 2026 ergab sich kurzfristig die Gelegenheit, ca. 4.000 junge Burgwaldforellen mit einer Größe von etwa fünf bis sechs Zentimetern zu übernehmen und in der Wieseck sowie in der Lahn bei Roth einzusetzen. Die Setzlinge stammten aus der Projektzucht der Burgwaldforelle.
Da die Tiere verfügbar waren, entschloss sich der Verein, die Gelegenheit zu nutzen und mit dem erneuten Besatz einen weiteren Beitrag zur Förderung der heimischen Bachforelle zu leisten. Der Besatz wurde vom VSA eigenständig durchgeführt und vollständig aus Vereinsmitteln finanziert.
Was ist die Burgwaldforelle?
Die Burgwaldforelle ist eine genetisch eigenständige, weitgehend ursprüngliche Bachforellenpopulation aus dem Roten Wasser im Burgwald, einem Zufluss der Ohm im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Sie ist vermutlich besonders gut an die Bedingungen heimischer Mittelgebirgsbäche angepasst. Viele Bachforellenbestände haben dagegen durch jahrzehntelangen Besatz mit überregionalen Zuchtforellen, Lebensraumverluste und Gewässerfragmentierung ihre regionale Genetik weitgehend eingebüßt. 2023 wurde die Bachforelle bundesweit erstmals in der Roten Liste als gefährdet eingestuft.
Das Regierungspräsidium Gießen verfolgt deshalb seit 2017 das Projekt „Burgwaldforelle“. Ziel ist es, diese wertvolle Linie zu sichern und kontrolliert in geeigneten Bächen des oberen Lahn- und Ohmsystems zu etablieren. Bestehende Bestände sollen dabei nicht einfach ersetzt, sondern Schritt für Schritt in Richtung eines regionaltypischen und widerstandsfähigeren Genpools aufgewertet werden.
Bezug zum Projekt von 2024
Bereits im April 2024 hatte der Verein über sein Engagement im Zusammenhang mit der Wiederansiedlung der Bachforelle berichtet. Der aktuelle Besatz knüpft daran an: Mit Fischen aus der Projektzucht unterstützt der VSA erneut die Zielsetzung, die heimische Bachforelle zu erhalten und ihre Bestände in geeigneten Fließgewässern zu stärken.
Besatz ist nur ein Baustein
Die Bachforelle benötigt naturnahe Gewässer mit guter Wasserqualität, strukturreichen Abschnitten sowie geeigneten Laich- und Aufwuchshabitaten. Besatzmaßnahmen können dabei ein Baustein sein. Für eine langfristig erfolgreiche Entwicklung sind jedoch ebenso der Schutz und die Verbesserung der natürlichen Lebensräume entscheidend.
Mit dem Einsatz der Burgwaldforellen in der Wieseck und der Lahn bei Roth setzt der VSA Gießen sein Engagement für heimische Fischbestände fort. Die Aktion zeigt, dass der Verein auch kurzfristig entstehende Möglichkeiten nutzt, um sich aktiv für den Erhalt der Bachforelle und lebendige Gewässer einzusetzen.
Wichtig für alle Angler: Markierte Burgwaldforellen in Wieseck und Lahn
Woran erkennt man Burgwaldforellen in der Wieseck und in der Lahn, die an der Studie teilnehmen? An der blauen Markierung!
Diese Fische sind sehr schonend zurückzusetzen und dürfen keinesfalls entnommen werden. Für sie besteht ein Entnahmeverbot durch die Obere Fischereibehörde.



