Gründungsgeschichte des Vereines Sportangler Gießen und Umgebung e. V.

Schon im Jahr 1925 trafen sich einige Angler zu einer losen Gemeinschaft. Man nannte sich Angelsportverein Gießen und traf sich damals in den Gastwirtschaften ,,Sängers Lehne”, ,,Teigler” und in der ,,Gut Stub”. Im einzelnen waren das die Sportfreunde Staubach, Steiler, Jörg, Knoche, Strack, Knobloch, Rademer und Gennies. Das Wasser in dem damals geangelt wurde, war staatlich. Es war die sogenannte Freifischerei in der Lahn vom Wehr am E-Werk bis zu den Kuhweiden bei Heuchelheim. Die Jahreskarte kostete 3 Mark. Man konnte dann von den beiden Berufsfischern die Hauptpächter waren, noch Zusatzkarten für den Hechtfang erwerben.

Die Lahn war damals noch ein prachtvolles Gewässer mit dichtem Schilf bestandenem Ufer und reichem Fischbestand. Ohne Sorge konnte das Wasser getrunken werden.

Besonders beliebt waren die Lahnhechte, die es in unbeschreiblichen Mengen gab. So hatte man einmal im Winter bei Hochwasser an den Kuhweiden ein Stück Wiese mit Netzen abgesteckt und nach Rückgang des Wassers waren über 200 Hechte in den Netzen gefangen, keiner wog unter 3 Pfund. Ebenso war es bei den Weißfischen und den Aalen.

Am Wieseckeinlauf zogen stets große Schwärme von kapitalen Barben, auch die Lahnkarpfen waren nicht zu verachten.

Die eigentliche Gründung unseres Vereines erfolgte dann aber erst offiziell am 1. Februar 1935 auf Anweisung des Reichsverbandes Deutscher Sportfischer in der Gaststätte ,,Zum Schipkapaß”.

Die Gründungsmitglieder waren: Albert Körner, Hilmar Krause, Joseph Rademer, August Schomber, Joseph Grün, Wilhelm Althaus und Wilhelm Höbel. Ihnen sei an dieser Stelle recht herzlich dafür gedankt.

Zu diesen Sportfreunden gesellten sich bald immer mehr Angler, die dann zusammen dem Schuppenwild nachstellten.

Im Jahr 1935 konnte man dann durchsetzen, dass der Gebrauch von Angelrollen und Hebnetzen erlaubt wurde.

Bei Kriegsbeginn kam das Vereinsleben fast völlig zum Erliegen, denn viele Sportfreunde wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Sie blieben aber mit ihren Sportfreunden in der Heimat brieflich in Verbindung.

1942 gab es dann für den Verein den ersten schweren Schicksalsschlag. Ausgelöst durch ein Versagen in der Munitionsfabrik in Allendorf wurde der Fischbestand der Lahn völlig vernichtet. Nach dem Abklingen der Katastrophe ging man daran, den Fischbestand durch Besatz zu erneuern; dieser wurde dann aber erneut gefährdet durch ungeheure Mengen an Döbeln, die aus den Nebenflüssen und Bächen in die Lahn einzogen. Man sprach da sogar von der Döbelseuche. Die Döbel fangen und eingraben war die Parole.

Der Reichsverband änderte 1944 seinen Namen und nannte sich von da ab Reichsbund Deutscher Sportfischer.

Der Vorstand bemühte sich, für seine Mitglieder die immer knapper werdenden Angelgeräte zu beschaffen. Hatte man einmal einige 100 m Schnur ergattert, so wurde sie unter den Sportfreunden gerecht aufgeteilt. Sehr bescheiden geworden, wurde das wenige geteilt.

Nach dem Krieg ging man daran, neue Gewässer für den Verein zu erschließen. Gar mancher kam zur Angelei, weil der gefangene Fisch das Fleisch ersetzen musste.

1950 wurde die Jugendgruppe gegründet. Jugendarbeit wurde groß geschrieben. Erster Jugendwart war Willi Engel. Unter seiner Leitung wurde dann gleich zweimal hintereinander die Hessische Jugendmeisterschaft gewonnen.

In den 50er Jahren wuchs der Verein immer mehr und erschloss die Gewässer von Sichertshausen bis Roth und die Altgewässer. Etwa zum gleichen Zeitpunkt konnte man die Salzböde und die Aufzuchtteiche in Frohnhausen anpachten. An diesen Teichen wurden dann von den Mitgliedern große Arbeitseinsätze durchgeführt und dadurch ein Fischwasser allererster Qualität gewonnen.